Sie sind hier: Home  » Aktuelles  » Rückblende

Im Spotlight

Erwachsen Glauben - Glaubensbildungskurse in der Pfalz
Link zur Allianz für den freien Sonntag in Rheinland-Pfalz
Link zu "Energiewende jetzt"
zur Homepage des Männernetzes Pfalz
GrubiNetz
Link zur Seite mit weiteren Informationen über GrubiNetz

Programm ab Januar 2017

Unsere Veranstaltungen von Januar bis Juli 2017 finden Sie hier als Download des Halbjahresprogramms 1/2017

Über 50 Presbyterinnen und Presbyter lauschten den Worten von Pfarrer und Buchautor Klaus Douglass

Gespannt auf mehr: Einige der Zuhörerinnen und Zuhörer beim Vortrag

Die Kursvorstellung des Glaubenskurses für Presbyterien „Sehnsucht nach mehr“ am 5. Oktober war ein voller Erfolg. Andrea Müller vom Projekt „Erwachsen Glauben Pfalz“ begrüßte im Gemeindehaus in Dannstadt mehr als 50 Teilnehmende zum Vortrag „Sehnsucht nach mehr“ . Dieser greift biblisch-theologische Themen wie „Taufe“, „Kirche“ oder „Bibel“ auf, zielt auf praktische Konsequenzen für die Kirchenvorstandsarbeit, fördert die Teambildung und die Entwicklung einer gemeinsamen geistlichen Perspektive.

Sehnsucht nach mehr hieß für die Anwesenden auch Sehnsucht nach mehr inhaltlicher Arbeit („nicht nur verwalten“ war eine Kernaussage), Sehnsucht nach einer soliden geistlichen Grundlage, Sehnsucht nach christlicher Gemeinschaft – auch im Presbyterium, Sehnsucht nach einer Vision, wofür man das alles macht.

Informativ und kurzweilig zeigte Klaus Douglass auf, wie man sich als Presbyterium anhand der detailliert ausgearbeiteten Materialien des EKHN-Kurses gemeinsam auf den Weg begeben kann. Angesteckt von der Sehnsucht nach mehr und eingedeckt mit Materialien machten sich viele wieder fröhlich auf den Heimweg.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Antoine de Saint-Exupery

Bei Fragen zu unterschiedlichen Glaubenskursen wenden Sie sich gern an Andrea Müller per E-Mail an andrea.mueller@evkirchepfalz.de.

Allgemeines zu Glaubenskursen finden Sie unter www.kurse-zum-glauben.de.

Mit manpower über die Alpen …

Steigende Kondition und Gemeinschaftsgefühl bei überwältigende Natur und herrlichem Ausblick.
Jeder Teilnehmer verlieh mit viel Power dem Mountainbike alle Ehre.

Dem Mountainbike seinen verdienten Namen gaben vom 20. bis 27. August 12 Männer beim Alpencross unter dem Titel „Power und Achtsamkeit“.  Spirituell bildeten ein „Erd-Himmel-Gebet“ auf der Passhöhe und eine Andacht die Höhepunkte der kräftezehrenden Tour.
 „Bergauf spürten wir die Power und die steigende Kondition, bergab den Rausch der Geschwindigkeit und dazwischen machten wir bewusste Pausen, um achtsam innezuhalten.“, beschreibt Gerd Humbert, Referent der Männerarbeit der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, die kurzweilig anmutende Woche: „Dabei ging es nie darum, wer als erster oben ist, sondern wir achteten auf uns selbst, die Gruppe und die überwältigende Natur. Die größte Belohnung für die Biker war das Gefühl die Alpenüberquerung gemeinsam mit den anderen geschafft zu haben.“

Für 2017 ist ein neuer Alpencross mit dem Ziel „Gardasee“.
geplant. Weitere Infos unter ww.maennernetzpfalz.de oder bei Gerd Humbert per E-Mail an gerd.humbert@evkirchepfalz.de

Neues vom anderen Anfang der Erde …

Vom 10. Juli bis 1. August 2016 machte sich eine pfälzische Delegation auf den Weg nach Papua in Indonesien. In regelmäßigen Abständen besuchen Gruppen aus der Evangelischen Kirche der Pfalz Gemeinden in der Gereja Kristen Injilii di Tanah Papua, einer der weltweit sechs pfälzischen Partnerkirchen. Jedes Mal ist die Begrüßung herzlich mit faszinierenden Tänzen, Theaterspielen zur Missionsgeschichte, traditionellen Gesängen, mit vielem Händeschütteln und strahlenden Gesichtern.

So war auch dieser Besuch wie ein Nachhausekommen für die drei Frauen und fünf Männer aus der Evangelischen Kirche der Pfalz im tropischen Regenwald auf Neuguinea am anderen Anfang der Erde! Die große Freude der PapuanerInnen über die Gäste spiegelte sich wider in der großen Gastfreundschaft von Familien (zuweilen auch in Gästehäusern), in festlichen Zusammenkünften und bei liebevoll zubereitetem, traditionellem Essen. Reisen zu entfernteren Gemeinden und Projekten auf den Inseln führten tief  in die tropischen Mangrovenwälder. Mit langem Atem und großer Kreativität, im Urwald oft per Boot unterwegs – fernab von Kommunikationshilfen wieTelefon oder WhatsApp hatten die Papua den Aufenthalt der deutschen Gruppe organisiert. „Eine Partnerschaft um Gottes und der Menschen willen“, fasst Ruprecht Beuter, Referent der Evangelischen Arbeitsstelle Bildungund Gesellschaft diese Reise zudammen:  „Wenn die Sprache in der Begegnung an ihre Grenzen stieß, führte menschliche Wärme und der gemeinsame Glaube die einander eigentlich fremden Menschen aus total verschiedenen Kulturen immer wieder und schnell zueinander.“

Symbolstark für das Wirken des Arbeitskreises Papua: Ein Vor- und Zurückschauen und stetiger Dialog | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter
Eindrucksvoll ist die Willkommenszeremonie der Ureinwohner | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter
Das Miteinander zählt | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter

Die christlichen Gemeinden Papuas  im  muslimischen Umfeld wachsen: Neue Kirchen werden gebaut, riesig und mit neuester technischer Ausstattung. Kindergottesdienste mit oft weit über hundert Kindern sind die Regel; sie stehen in partnerschaftlichem Kontakt mit den Kindergottesdiensten in Börrstadt und Essingen. Frauenarbeit mit finanzieller Unterstützung aus der Nordpfalz ist hauptsächlich Bildungsarbeit: Sozialseminare, Glaubensschulung, Weitergabe der Traditionen und vieles mehr gehören zum Programm. Andererseits wird der Ausbildung von GemeindepädagogInnen kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kirche kooperiert in der Gesellschaft. Mit Vertretern der offiziellen Politik, dem Landrat (Bupati), kommunalen Beauftragten u.a. Und mit Gewährsleuten für die Erhaltung und Einhaltung der Tradition und der Interessen der Urbevölkerung („Adat“).

Die Kirche steht mit der gesamten Gesellschaft Papuas vor großen Herausforderungen: eine unzureichende Versorgung der Malaria- und HIV/AIDS-Kranken, eine oft desolate Bildungssituation in vielen Schulen, ein  wachsendes Müllproblem, das u.a. durch die zunehmende Verwendung von Einwegflaschen in der Trinkwasserversorgung rapide zunimmt.

Einige Orte wachsen durch den Zuzug von Menschen aus westlichen  Regionen Indonesiens, die sich durch andere Traditionen, Bildungsvoraussetzungen und Religionen von der Urbevölkerung Papuas unterscheiden. Der Staat hat ein ehrgeiziges Entwicklungsprogramm formuliert und schickt mehr Personal zu dessen Umsetzung nach Papua. Auffällig: die starke Präsenz von Polizei auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, Militär ist selbst bei kirchlichen Veranstaltungen anwesend. Wegen der  vorgeblich „angespannten Sicherheitslage in Papua“  wurde die Reisegruppe erstmals durch freundliche Sicherheitsbeamte begleitet, was bei den PfälzerInnen jedoch auch Irritationen hervorrief.

Viele gegensätzliche Eindrücke über Entwicklung und Rückschritt, Stillstand und Engagement, Demokratie nach der Diktatur und Kirche in der Freiheit des Evangeliums gaben dem Besuch eine besondere Nuance. Die Teilnehmenden waren tief beeindruckt von geschwisterlichen Begegnungen, lebendigen Traditionen und dem Erleben einer wunderbaren Natur. Als wichtige Impulse dieser ökumenischen Begegnung nahmen die Gäste aus Essingen, Börrstadt, Schönenberg und Rockenhausen die Aufgabe mit, den eigenen Lebensstil zu bedenken und die gesellschaftliche Mitverantwortung als Christen und Kirchengemeinden neu zu buchstabieren. Im  Arbeitskreis Papua unserer Landeskirche, der  sich alle zwei Monate in der Evangelischen Arbeitsstelle am Standort Rockenhausen trifft, sollen diese Fragen vertieft werden.  Dieser Arbeitskreis ist offen für Menschen aller Konfessionen und Traditionen. Ruprecht Beuter steht allen Interessierten telefonisch unter 06361 5559 zur Verfügung.

Familienferienaktionen voller Erfolg | Tipps vom Kaninchenzuchtverein

Kaninchen bekommen Streicheleinheiten
Dieses hier war neugieriger
Das Widderkaninchen muss aufpassen, dass es nicht auf seine Langohren tritt

Am 18. Juli war es soweit: Der Kaninchenzuchtverein „P29“ in Kaiserslautern öffnete Tür und Tor für Kinder und Erwachsene, um sich über Pflege, Fütterung und Haltung der Tiere zu informieren. 

Ute Dettweiler von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft fasste als Organisatorin und Referentin der Veranstaltung einige Impressionen zusammen. Wer hätte gedacht, dass man über 200 verschiedene Kaninchenfellfarben unterscheidet?

Herr Sinn ist Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins und erklärte den kleinen und großen Interessierten geduldig, was man so alles über Kaninchen wissen sollte. Er empfahl, Kindern erst ab sechs Jahren ein eigenes Haustier zu geben. Die nötige Pflege und Fütterung sind ein große Herausforderung, man muss Vieles beachten, damit es den Tieren gut geht: Er warnte beispielsweise vor der drohenden Eiweißvergiftung, wenn nach der Winterzeit, in der es nur Trockenfutter gibt, plötzlich zu viel Klee gefüttert wird. Das regelmäßige Krallenschneiden, was den Tieren nicht weh tut, wurde demonstriert. Außerdem wichtig seien viel Frischluftzufuhr und ein Käfigmindestmaß von einem Meter. Sonnenanbeter sind die Kaninchen nicht und hecheln bei hohen Temperaturen wie Hunde.

Die Kinder durften die verschiedenen Tiere ausgiebig streicheln, dabei gab es viele schöne und zufriedene Tiere zu sehen: Zwergkaninchen, mittelgroße Kaninchen und die Widderkaninchen mit den langen Schlappohren. Wer Fragen hat oder weitere Infos benötigt, wendet sich gern an die Kaninchenexperten vom „P29“: Kontakt: 06301/2354.  Tag der Offene Tür wird dort (Adresse: Am Erbsenberg 1) am 20. und 21. August sein.

Weiterbildungsidee: Kirchenführer/in

Geschafft! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bestanden.
Geschafft! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bestanden.

Am 15. April 2016 freuten sich 13 zukünftige Kirchenführerinnen und – kirchenführer über das Ende ihrer Ausbildung beim Institut für kirchliche Fortbildung mit Sitz in Landau sowie bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in Kaiserslautern: Endlich halten sie, nach 120 Unterrichtsstunden, einer Hausarbeit und einem Kolloquium, ihr Zertifikat in Händen.

Unter den Teilnehmenden sind Stadtführer-/innen, Ehrenamtliche sowie GemeindepädagogInnen sowie Wein- und KulturbotschafterInnen. Nach dem Kolloquium überreichte beim feierlichen Gottesdienst Dr. Steffen Schramm, Leiter des Instituts für kirchliche Fortbildung, die Urkunde:  „Wir wollen die Kirchenräume den Menschen auf eine besondere Art zugänglich und damit lebendig machen. Etliche Teilnehmerinnen und  Teilnehmer haben beim Kolloquium berichtet, dass sie durch die Ausbildung gelernt haben, Kirchenräume nun auch geistlich zu erschließen, über  kunstgeschichtliche und historische Zugänge hinaus.“

v.l.n.r. Viktor Meyer ( Pfarrer i. R. Zweibrücken- Mitte), Martin Kaufmann (Presbyter der Kirchengemeinde Zweibrücken-Mitte), Dekan Peter Butz (Zweibrücken)
v.l.n.r. Viktor Meyer ( Pfarrer i. R. Zweibrücken- Mitte), Martin Kaufmann (Presbyter der Kirchengemeinde Zweibrücken-Mitte), Dekan Peter Butz (Zweibrücken)

Der gemeinsame Gottesdienst in der Kleinen Kirche in Kaiserslautern zeigte, wie flexibel die Gäste sind: Beim Ausfall des Stroms und somit der Orgel retteten die drei Herren im rechten Teil des Kirchenschiffs routiniert mit tonangebender Stimmgewalt das Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, wie ein Rose blüht“ und alle Gäste sangen mit.

Krönender Abschluss für das Leitungsteam: Dr. Steffen Schramm, Birgit Weindl und Annekatrin Schwarz
Krönender Abschluss für das Leitungsteam: Dr. Steffen Schramm, Birgit Weindl und Annekatrin Schwarz

Die beiden Leiterinnen des Fortbildungsangebots erläuterten den modularen Aufbau des Angebots aus Seminaren, Studientagen und Exkursionen. „Architektur, Kunstgeschichte, Pädagogik, Rhetorik  und Theologie gehören zur Theorie, in der Praxis geht es vor allem darum, die eigene Begeisterung einzubringen und den Führungsteilnehmenden ein Stück davon zu vermitteln“, erklärt Birgit Weindl, Referentin am Institut für kirchliche Fortbildung. Annekatrin Schwarz, stellvertretende Leiterin der Evangelischen Arbeitsstelle, ergänzt: „Die vorgestellte Kirche mit anderen Augen entdecken und in sich selbst das pädagogische Geschick  - Das ist Ziel der Ausbildung. Und nach dem lohnenden Einsatz spüren wir an so einem Tag förmlich die Wirkung des heiligen Geistes.“

Frisch gebackene Kirchenführerinnen: Birgit Kaiser aus Essen und Birgit Becherer aus Lollar/Marburg
Frisch gebackene Kirchenführerinnen: Birgit Kaiser aus Essen und Birgit Becherer aus Lollar/Marburg

Für Birgit Kaiser aus Essen war die Ausbildung eine willkommene Ergänzung zu ihrer Gästeführerqualifikation. Ein gutes  Dutzend Mal kam sie für die Präsenzzeiten in die Pfalz, für die sie rund 300 km pro Strecke in Kauf nahm. Zwischen 1943 und 1958 entstanden in West- und Ostdeutschland insgesamt 43 evangelische Notkirchen,  davon sind 41 noch erhalten: Die Melanchthon-Kirche in Ludwigshafen hat sich Frau Kaiser ausgesucht, um dort  ihr erworbenes Wissen zu präsentieren: „In meinem Heimatort steht ebenfalls eine Notkirche; Kirchen haben mich schon immer fasziniert, da man in ihrem Innenraum so gut abschalten kann.  Das wollte ich auch mit anderen teilen, die Ausbildung hat mir alle theoretischen und praktischen Annäherungsmöglichkeiten eröffnet.“

Birgit Becherer wohnt in Lollar bei  Marburg und bereitete gleich vier Ansätze für ihre Abschlussprüfung  in der Elisabethenkirchen in Marburg vor: die biografische als auch die historische Kirchenführung,  die auf Glocken spezialisierte sowie eine Schatzsuche für Grundschulkinder. Und bei der Erzählung der eigens ausgedachten kindgerechten Inhalte, wie der Benennung eines Schatzmeisters oder dem Vorstellen der Schatztruhe, leuchten ihre Augen: „Die Ausbildung zur Kirchenführerin ergänzte meinen Alltag als OP-Schwester und mein derzeitiges Studium der Kunstgeschichte. Durch das erlernte Handwerkszeug, das Sammeln von Daten und Fakten, das Erfassen der Besonderheiten und das Entwickeln der zielgruppenspezifischen unterschiedlichen Führungen kann ich die Seele jeder Kirche herausfinden und zugleich  Hüterin der Schätze werden“

Wer den nächsten Kursstart nicht abwarten kann, ist herzlich eingeladen, am nächsten „Forum Kirchenpädagogik“ im September 2016 teilzunehmen. Hier treffen sich ausgebildete Kirchenführer und Interessentinnen, um ihr Wissen zu vertiefen und sich auszutauschen – zu diesem Termin unter dem Schwerpunktthema „Glocken“.
Auf unserer Detailseite erhalten Sie weitere Informationen zur Kirchenpädagogischen Ausbildung.

Frauen verdienen mehr! Erwerbsarbeit von Frauen unter der Lupe | Aktionstag des Arbeitskreises Frauen und Erwerbsarbeit Südwestpfalz in Pirmasens

Christine Gortner bei ihrem Vortrag zum Equal Pay Day
Christine Gortner bei ihrem Vortrag zum Equal Pay Day

Zum Aktionstag am 23. April 2016 zum Thema Entgeltgleichheit, in diesem Fall eher EntgeltUNgleichheit kamen über 40 interessierte Frauen und Männer in die Katholische Familienbildungsstätte in Pirmasens.

Initiiert wurde der Aktionstag von einem Arbeitskreis aus kommunalen Gleichstellungsstellen, Landfrauen, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, freien Bildungsträgern, der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft sowie die Frauenarbeit im Prot. Dekanat Pirmasens.

In ihrem Impulsvortrag zeigte Christine Gortner, Referentin der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft Kaiserslautern, sehr anschaulich auf, wie sehr das Arbeitsentgelt in vielen Bereichen davon abhängig ist, ob die Tätigkeit von einem Mann oder einer Frau ausgeführt wird. Zugleich machte sie deutlich, dass ohne entsprechende gesetzliche Regelungen nicht davon auszugehen ist, dass sich die Entgeltlücke schließen wird. Weder die berufliche Qualifikation oder die Art des Bildungsabschlusses noch die Verantwortung und körperliche Belastung werden gleich gewertet, sondern in vielen Berufsfeldern höher eingestuft, wenn Männer diese Tätigkeiten ausführen. Dass Männer selbst in frauentypischen Berufen mehr verdienen, belegte Christine Gortner anhand etlicher Beispiele:  Die derzeitige Entgeltlücke von 21 % entspricht umgerechnet 79 Tagen, die eine Frau jedes Jahr  umsonst  arbeitet. Und diese Lücke ist nur der Mittelwert aller vorhandenen Daten. So gibt es Arbeitsfelder, in denen Frauen kaum mehr als die Hälfte des Stundenlohns der Männer verdienen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit drei Frauen aus der Praxis – der Leiterin einer Kindertagesstätte, der Stationsleiterin eines Krankenhauses und der Mitarbeiterin eines großen Supermarktes – wurden die Auswirkungen von „viel Dienst, wenig Verdienst“ erneut sehr deutlich. Hohe Verantwortung für Menschen und Güter, ungünstige und kontinuierlich erweiterte Arbeitszeiten oder körperliche Belastungen am Arbeitsplatz finden in den Gehältern nicht den entsprechenden Niederschlag. In vielen „Frauenberufen“ ermöglicht selbst eine Vollzeitstelle noch nicht einmal den eigenständigen – bescheidenen – Lebensunterhalt.

Beim Brunch zum Ausklang der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmerinnen ihre Eindrücke aus den Vorträgen sowie aus ihrer persönlichen Berufserfahrung. Sowohl die Veranstalterinnen als auch die Besucherinnen blicken auf einen bereichernden Aktionstag zurück.

Verfasser:
Angelika Fallböhmer

Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Pirmasens

Interkulturrelles Seminar - Pfälzische und türkische Frauen begegneten sich am 2. Februar

Ute Dettweiler referierte über die Entwicklung des Modells "Familie"
Ute Dettweiler referierte über die Entwicklung des Modells "Familie"
Emine Sahin bewarb die Differenzierung von Tradition und Islam
Emine Sahin bewarb die Differenzierung von Tradition und Islam
Teilnehmerinnen und Referentinnen des ökumenischen interkulturellen Seminars
Teilnehmerinnen und Referentinnen des ökumenischen interkulturellen Seminars
Austausch auf Augenhöhe
Austausch auf Augenhöhe

Bewusste Entscheidung zum Kopftuch - Islam oder Tradition? Pfälzische und türkische Frauen begegnen sich interkulturell

Am 2. Februar trafen rund 19 pfälzische Teilnehmerinnen zum ganztägigen Seminar „Familien - Leben. Werte und Wandel“ in der Alten Eintracht in Kaiserslautern ein zum interkulturellen Austausch mit türkischen Frauen, die bereits länger in Deutschland leben. Die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft veranstaltet den ökumenischen Austausch in Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund Diözesanverband Speyer e.V. (KDFD) und dem LandFrauenverband Pfalz e.V. jährlich. Dieses Jahr zum ersten Mal interkulturell.

„Ich möchte mich einfach hineinversetzen können in die Erziehung anderer Kulturen.“

Schon in der Begrüßung brachte Petra Seitz, die Vorsitzende des LandFrauenverbandes Pfalz ihre persönlichen Berührungspunkte mit dem Thema zur Sprache. Die anschließende Vorstellungsrunde brachte unzählige Beweggründe der Teilnehmerinnen zutage - vorrangig wurde die Neugier am Kontakt zu anderen Kulturen genannt und der Wunsch, bestehende Vorurteile abzubauen und damit Fremdes in Vertrautes umzuwandeln.

„Die Familie als Keimzelle der Prägung sollte eine Basis für Rückhalt, Sicherheit, Orientierung und Wertschätzung sein.“

Die Schilderungen der deutschen Frauen über das eigene Familienverständnis zeigten viele Übereinstimmungen der früheren Großfamilie in der Pfalz mit heutigen islamischen Familien auf. Spannend waren die Erzählungen, wie sich die damals jung „eingeheirateten“ Frauen in der Großfamilie durchsetzen lernten und sich zu pflegenden, arbeitenden und zusammenhaltenden Müttern entwickelten, deren Kinder sich heutzutage zum Teil im Ausland befinden.

Ute Dettweiler von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft zeigte in ihrem Vortrag die Trends auf, wie sich Familie in der Gesellschaft verändert. Neben Geburtenzahlen, Scheidungsquoten und Haushaltsgröße erläuterte sie den Zusammenhang zwischen Familienform und Kinderarmut. Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund sind überproportional von Armut betroffen. Gelingende Integration, gerade für Familien, durch Sprache, Bildung, Teilhabe und echte Begegnung ist der Schlüssel, damit sich Menschen in einer neuen Kultur einfinden können. „Wenn man sich in einem fremden Umfeld ausgegrenzt fühlt, glorifiziert man oft die Werte der Herkunftsgesellschaft - das sieht man auch bei deutschen Auswanderern. Erst wenn man sich neuen Kulturen öffnet, statt sich an alte zu klammern, gelingt Integration.“

Emine Sahin ist in der Pfalz aufgewachsene Muslimin und engagiert sich als Vorsitzende des Vereins Impuls Orchidee e.V. in Kaiserslautern für ein Netzwerk der kulturellen Vielfalt.

„Viele muslimische Familien, die sich auf die Tradition berufen, können gar nicht unterscheiden, ob diese dem Islam oder einer koranunabhängigen Tradition entspringt.“

In ihrem Vortrag betonte Emine Sahin mit Humor und Herzblut, wie wichtig die Unterscheidung von Islam und Tradition sei. Sie nannte schlechte Vorbilder für Traditionen wie Zwangsverheiratungen oder Ehrenmorde in meist bildungsfernen Familien und zeigte, teils augenzwinkernd, ebenso gute traditionelle Werte auf - den extra bitteren oder gesalzenen Mocca, den der Bräutigam als Test hinunterwürgt, um vor den zukünftigen Schwiegereltern zu bestehen. Oder das Wochenbett, in welchem sich die Wöchnerin von den Familienmitgliedern umsorgen lässt - solange sie möchte. Sie erklärte das Frauenbild im Koran, worin die Frau als „schwaches Geschlecht“ dem Mann körperlich unterlegen sei, aber laut Koran auf der gleichen Stufe stehe: „Die Frau ist im Koran die „Königin der Familie“ mit demselben Stellenwert und darf auch bei uns erwerbstätig sein, es ist ein System der Ergänzung. Bei der Eheschließung haben die potenziellen Ehepartner das letzte Wort.“ Sie beschreibt den ausgeprägten Zusammenhalt der Familie, aber auch den Wandel zur Kleinfamilie. „In der Familie fängt man an, Veränderungen zu leben.“ Ebenso wachse die Akzeptanz von homosexuellen Lebensgemeinschaften in der islamischen Kultur viel langsamer.

„29 Jahre lebte ich ohne Kopftuch, mit meiner Eheschließung vor acht Jahren entschied ich mich bewusst dafür. Nun ist es als Kleidungsstück so normal wie eine Jacke.“

Dass ihre Entscheidung für das traditionelle Kopftuch freiwillig und ihr Vater sogar dagegen war, erstaunte auch die anderen Teilnehmerinnen und es gab viele Fragen. „Auch Männer sollen bewusst den Blick gesenkt halten. Und laut Koran ist derjenige der beste Mann, der seine Frau am besten behandelt.“ erläuterte Emine Sahin.

Kulinarisch kamen die Teilnehmerinnen auf den kulturellen Geschmack, die Frauen des Vereins Impuls Orchidee servierten eine köstliche türkische Linsensuppe und Gemüsegratin.

Veranstaltungsorganisatorin Claudia Kettering hielt am Nachmittag ein Kurzreferat zu biblischen Lebensformen und stellte die 2013 veröffentlichte Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland als Abschied vom Leitbild Ehe vor. „Das Modell der Ehe als Norm ist abgelöst durch die Vielfalt der Lebensgemeinschaften mit gegenseitiger Verantwortung und Fürsorge.“ Auch der neue Kurs von Papst Franziskus insbesondere gegenüber Schwulen und Lesben wurde kritisch gewürdigt und diskutiert.

In der Schlussandacht erinnerte Ulrike Groß (KDFD) an Abraham als Vater dreier Religionen.

Mit einem Segenslied und dem gegenseitigen Zusprechen des Friedensgrußes „Friede“, „Salam“ endete der Tag, an dem viele Frauen Parallelen im christlichen und islamischen Familiengefüge und dem Wandel von Ehe und Familie in beiden Kulturen erkannt hatten. Eine Teilnehmerin beschrieb ihre Vorurteile: „Ich gebe zu, dass ich vor der Veranstaltung eine negative Einstellung zu muslimischen Frauen hatte, dies hat sich durch diese Annäherung komplett geändert.“

Verfasser: Nadja Donauer

Weiterführende Links:

info@impulsorchidee.de

www.frauenbund-speyer.de

 

Herausforderung Mannsein in Mannheim am 31.01.2016

„Ich fordere euch heraus, euch den Vatersegen abzuholen.“ Mit diesem Satz eröffnete Martin Römer als Leiter des Kurses für die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich für die weitere Arbeit mit Männern stärken zu lassen. Von den 15 Aktiven nahmen die meisten diese einmalige Gelegenheit wahr und konnten erfahren, welche tiefen Erfahrungen an einem Männerwochenende möglich sind. Persönliche Erfahrungen, Spiritualität und die Herausforderung mit Männern zu arbeiten trafen aufeinander.

Zu der Fortbildung hatten die drei Landeskirchen in Baden, der Pfalz und in Württemberg eingeladen und der Zusammenschluss führte zu dem Erfolg. So kam eine Gruppe von interessierten Multiplikatoren zusammen, die den modularen Aufbau eines Männerangebotes kennenlernten.

Vom 27. bis 29. Januar 2017 findet ein weiterer Multiplikatorenkurs „Herausforderung Mannsein 2017“ statt, Anmeldung sowie eine Vielzahl an Angeboten speziell für Männer von Abenteuer-Wochenende bis Zeltfreizeit unter www.maennernetzpfalz.de.