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Unser Programm von Januar bis Juni 2018 hier als Download

Hier erhalten Sie die pdf-Datei mit unseren Veranstaltungen von Januar bis Juni 2018: Durch Mausklick auf die unterschiedlichen Textbereiche gelangen Sie jeweils zur entsprechenden Internetseite. 

Programm bis Dezember

Die Veranstaltungen der Evangelischen Arbeitsstelle bis Dezember 2018 als Download des Halbjahresprogramms 2/2018

21.10.2014

Demografischer Wandel - Herausforderung und Chance?!

Kongress in Kaiserslautern gibt Anstoß durch generationenübergreifende Arbeit den Wandel zu gestalten


Prof. Dr. Eric Schmitt, stellv. Direktor des Instituts für Gerontologie derUniversität Heidelberg (Foto:AST)

Speyer/Kaiserslautern.  Unter dem Titel  „Demografischer Wandel – Herausforderung und Chance?!“  tauschten  rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Wohlfahrtsverbänden und Landespolitik auf einem Kongress in Kaiserslautern ihre Erfahrungen und Erwartungen im Umgang mit dem demografischen Wandel aus. Dazu eingeladen hat die Evangelische Kirche der Pfalz. Im Mittelpunkt der von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, der Diakonie Pfalz und anderen gemeinsam vorbereiteten Veranstaltung mit Fachvorträgen und anschießendem Workshop stehen Fragen wie:  Wie werden ältere Menschen in Zukunft wohnen und leben? Welche Chancen eröffnet ein längeres Leben? Was bedeutet Pflege 2030? Wie wird die Arbeitswelt gerechter? Was kommt auf die Jüngeren zu?

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung einen Anstoß geben, sich auf allen Ebenen sowie  generationen- und themenübergreifend mit dem Thema demografischer Wandel zu befassen, voneinander zu lernen und miteinander neue Wege zu beschreiten“, sagt Oberkirchenrat Manfred Sutter. Es gelte, eine neue Kultur des Miteinanders zu entwickeln. „Als Kirche und Diakonie tragen wir Verantwortung im Gemeinwesen und bekennen uns ganz klar zu unserem Auftrag, Gesellschaft, Gemeinschaft und Gemeinde für alle Menschen lebenswert zu  gestalten. Wir tun das in zahleichen Arbeitsfeldern – von Kindertagesstätten bis hin zur Seelsorge in Altenheimen – im besten Sinne protestantisch: lebendig, mutig und mittendrin“, sagt Sutter weiter.  Ziel sei es nun, die bereits vorhandenen und erprobten Ansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besser zu vernetzen. Hierfür sei der Kongress ein erster Schritt. Die Landeskirche wolle sich mit ihrer Jugend- und Altenarbeit, die Erwachsenenbildung sowie über die Gemeinwesendiakonie in diesen Prozess einbringen. In der nächsten Legislaturperiode werde das Thema demografischer Wandel auch die  Landessynode beschäftigen. „Als Kirche und Diakonie sind wir sehr gut in der Fläche aufgestellt und stark vernetzt. Die sprichwörtliche „Kirche im Dorf“ bietet die beste Voraussetzung sich diesem Thema zu stellen. Die große Herausforderung ist, den Wandel als Chance zu sehen und nicht als Bedrohung. Es geht jetzt darum, auch  andere Akteure im Gemeinwesen einzubeziehen und miteinander neue Formen generationenübergreifender  Arbeit für und mit älteren Menschen zu entwickeln“, betont der Oberkirchenrat.

Der rheinland-pfälzische Minister für Demografie Alexander Schweitzer begrüßt es, gemeinsam an den Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels zu arbeiten. „Jeder muss in seinem Zuständigkeitsbereich tätig werden. Gleichzeitig müssen alle gemeinsam daran arbeiten, dass die Menschen aller Generationen auch in Zukunft gut und gerne in Rheinland-Pfalz leben können. Aus diesem Grund steht die Demografiestrategie der Landesregierung unter dem Titel 'Zusammenland Rheinland-Pfalz – Gut für Generationen'.  Wir können nur erfolgreich sein, wenn alle Akteure - von Kirche und Wohlfahrtsverbänden über Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft bis hin zu einzelnen Bürgerinnen und Bürgern -  gemeinsam den demografischen Wandel aktiv gestalten“, so der Minister. „Ich freue mich, dass die Evangelische Kirche in diesem Prozess ein engagierter Partner ist.“

Der Landespfarrer für Diakonie, Albrecht Bähr, greift in seinem politischen Statement  einen Aspekt   heraus, der mit dem demografischen Wandel einhergeht und in der Arbeit der Diakonie und anderer Wohlfahrtsverbände  eine große Rolle spielt: die Zunahme der Anzahl hochaltriger  Menschen. Wohlfahrtsverbände böten  soziale Begegnung, kulturelle Aktivitäten, Bildungsangebote, Pflege, Betreuung, Beratung und klassische Wohnformen für das Alter. Bei der Entwicklung und Finanzierung der Angebote gebe aber  die  Logik der Pflegeversicherung den Takt vor. „Das führt fast zwangsläufig dazu, dass wir viel zu sehr auf die  Defizite schauen, statt die Ressourcen hochaltriger Menschen in den Blick zu nehmen“, erläutert Bähr.  „Hier wünschen wir uns ein Umdenken  hin zur Förderung  innovativer Formen des freiwilligen Engagements, der Selbsthilfeaktivitäten alter Menschen und weiterer sozialraumorientierter Angebote wie zum Beispiel der Nachbarschaftshilfe“, fordert Bähr.