Kirchendiener*innen erobern Ebernburg

Vom 9. bis 11. September tagten 14 Kirchendienerinnen und Kirchendiener auf der Ebernburg. Norbert Unkrich, Pfarrer im Ruhestand, und Pfarrer Gerd Kiefer begleiteten diesen landeskirchenweiten Erfahrungsaustausch, der dieses Jahr - wie so viele andere Veranstaltungen - unter Corona-Hygienebestimmungen mit erheblich reduzierter Teilnehmendenzahl stattfand.

"Die Kirchendienerinnen und Kirchendiener, die landauf und landab in unseren Kirchen und Gemeinden ihren oft stillen und doch so segensreichen Dienst tun und ohne deren Engagement das funktionierende Gemeindeleben unbedenkbar wäre, kamen mit ganz unterschiedlichen Erwartungen zur Tagung", schildert Norbert Unkrich den Beginn der Veranstaltung. "Sie sorgen für geordnete Abläufe in den Kirchenräumen, Gemeindehäusern und mancherorts an Kindertagesstätten. Sie kümmern sich oft um die Bereitstellung und Handhabung von Technik, die in unseren Gottesdiensten immer wichtiger wird und sind an der umweltgerechten Pflege kirchlicher Gebäude beteiligt."  Pflege und Erhalt kirchlichen Eigentums, die Einhaltung Corona-konformer Gottesdienste und dazu noch die Herausforderung der Digitalisierung - das sind nur drei der Fachthemen, die diese Männer und Frauen beschäftigen - und wobei ein regelmäßiger Austausch helfen kann.

Besonders intensiv beschäftigte sich die Gruppe mit den 2001 veröffentlichten Leitlinien für den Kirchendienst und verglich diese mit ihren alltäglichen Erfahrungen. Das Ergebnis war die Forderung, diese Leitlinien an die gegenwärtigen Rechtsgrundlagen anzupassen und mittels einer Arbeitsgruppe mit der Rechtsabteilung des Landeskirchenrates zu aktualisieren.

Gerd Kiefer freute sich über den Zuspruch  - und die hohe Motivation: "Man spürte in den Beiträgen auf dieser Tagung besonders, mit welcher Leidenschaft die Teilnehmenden ihr zum Teil ehrenamtliches Engagement ausüben und sich dazu berufen fühlen. Im wahrsten Sinne des Wortes sind sie "Türöffner" und "Türöffnerinnen" unserer Landeskirche für all die Menschen, die sich in einer Kirche nicht zuhause fühlen. Und es braucht Empathie, um den Spagat zwischen einer Atmosphäre des Willkommens, einer freundlichen Zugewandtheit und zugleich einer bewussten Diskretion zu meistern."

Neben den praktischen Tipps schätzte Norbert Unkrich den spirituellen Teil des Austauschs: "Viele sichtbaren Symbole in Kirchen weisen auf Unsichtbares hin und halten Wichtiges und Wesentliches wach: Ein blühender Blumenschmuck erzählt von der Schönheit der Schöpfung, die brennenden Kerzen zeugen von der Gegenwart Gottes und das aufgeschlagene Evangelium zeigt uns Christus. Durch ihre vielen Rollen vereinen die Kirchendienerinnen und Kirchendiener viele Talente: floristisches, gärtnerisches, handwerkliches, organisatorisches, seelsorgerisches Geschick und darüber hinaus der Blick für das, was es gerade braucht. Manchmal auch die Hilfe in der Not. Damit machen gerade sie die Gastfreundschaft Gottes in der Gemeinde sichtbar und erfahrbar. Diese Menschen opfern allwöchentlich ihren Sonntag und dies muss von Presbyter*innen und Pfarrer*innen zukünftig mehr als bislang gewertschätzt werden."

Die nächste Tagung ist vom 8. bis 10. September 2021 - erneut auf der Ebernburg - vorgesehen.