Norbert Unkrich erhält das Kronenkreuz in Gold

Mit dem Kronenkreuz in Gold – der höchsten Auszeichnung der Diakonie Deutschland – ist am Mittwoch Pfarrer i.R. Norbert Unkrich bei einem Empfang für ehrenamtliche Helfer, Unterstützer und Sponsoren des Projektes „Kooperation mit der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen Minderheit e.V. in Bartoszyce/Polen“ geehrt worden. Die Verleihung am 22. September übernahmen Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr und Pfarrer Gerd Kiefer von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft.

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr, Pfarrer i.R. Norbert Unkrich und Pfarrer Gerd Kiefer bei der Verleihung

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr bei der Verleihung: "Durch das deutsch-polnische Projekt erleben wir Versöhnungsarbeit und Solidarität zugleich."

Unkrich rief das Projekt „Kooperation mit der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen Minderheit e.V. in Bartoszyce/Polen“ vor zwölf Jahren ins Leben. Sein Engagement ist eng mit seiner Biografie verbunden. 1947 als Sohn eines polnischen Zwangsarbeiters geboren, machte sich Unkrich vor Jahren auf die Suche nach seinem leiblichen Vater und wurde im Osten Polens schließlich fündig. Die Begegnung mit seinem betagten Vater und dessen Familie markierte für Norbert Unkrich einen Wendepunkt in seinem Leben. Er begann, Studien- und Begegnungsreisen in die Region Danzigs, Ermland und Masuren, zu organisieren. Er lernte die Not vieler Menschen dort kennen und fing an, diese zu unterstützen. In der „Gesellschaft der Deutschen Minderheit e.V. Bartoszyce“ fand er eine engagierte Partnerorganisation. Neben einzelnen Menschen und Familien unterstützt das Hilfsprojekt auch verschiedene soziale Einrichtungen in der wenig entwickelten Region am Rande der EU. Norbert Unkrich nutzte seine Kontakte, um in seiner südpfälzischen Heimat und darüber hinaus ehrenamtliche Helfer, Unterstützer und Förderer für das Projekt zu begeistern.

Neben den Begegnungen mit den Menschen aus der Region Bartoszyce wurden im Laufe der vergangenen zwölf Jahre zahlreiche Hilfsgüter nach Polen gebracht. Bisher wurden 32 40-Tonner auf den Weg nach Polen, wo sich das Kreiskrankenhaus, die Sozialstation der Johanniter, das Arbeitslosenzentrum, verschiedene Alteneinrichtungen und Kirchengemeinden über Möbel, Medikamente, Betten, Verbandsmaterial und Kleider freuen konnten.

Pfarrer Gerd Kiefer überraschte Unkrich mit dieser Verleihung, dankte ihm für seinen außerordentlichen Einsatz in diesem Projekt, welches „Menschen miteinander verbunden, Not gelindert und Brücken der Freundschaft gebaut hat.“  

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr sagte: „Ich bewundere die Aktion von Pfarrer Unkrich und seinen Männern. Hier wird, ohne große Aufmerksamkeit zu erzeugen, unmittelbare Hilfe am Nächsten geleistet. Durch das deutsch-polnische Projekt erleben wir Versöhnungsarbeit und Solidarität zugleich. Jeder setzt seine Gaben ein, um dem anderen ein Stück Lebensqualität zu schenken! Dabei entsteht Gemeinschaft und das Gefühl, etwas sehr Sinnvolles für die Gemeinschaft getan zu haben. Hier ist die Diakonie im besten Sinne des Wortes ganz nah bei den Menschen!“

Hintergrund:

Das Kronenkreuz ist Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung für die Treue und den Einsatz im Dienste des Nächsten und kann haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden verliehen werden.

Das Kronenkreuz bildet gemeinsam mit dem Schriftzug Diakonie die eingetragene Wort-Bild-Marke der Diakonie. Zudem ist es einZeichen der Ermutigung für die Mitarbeitenden in der Diakonie: das Kreuz als Hinweis auf Not und Tod, die Krone als Zeichen der Hoffnung und Auferstehung. Die Verbindung von Kreuz und Krone soll die Zuversicht zeigen, dass Not überwunden werden kann, weil Jesus Christus Not und Tod überwunden hat.