Warum ein Frauen*streik? Am 24. Oktober 1975 stand Island still. Nichts lief, weil 90 % der isländischen Frauen streikten. Sie legten das Land lahm. Sie gingen nicht zur Arbeit, sie legten die Hausarbeit nieder, sie kochten kein Essen und kümmerten sich nicht um die Kinder. Die Isländer*innen machten sichtbar, was meist unsichtbar bleibt und als selbstverständlich übersehen wird: die alltäglich und bis heute mehrheitlich von Frauen geleistet Sorgearbeit. Wird diese Arbeit nicht geleistet, sei es bezahlt oder unbezahlt, steht das Land still, stehen Betriebe still, weil niemand die Kinder und Oma versorgt und deshalb niemand die S-Bahn fährt, die Einkäufe macht, Mittagessen kocht (sei es zuhause oder in der Kantine), am Fließband steht, die Kranken versorgt, den Antrag bearbeitet usw.
Geschlechterrollenbilder strukturieren und normieren unseren Alltag, Politiken und Gesellschaft bewusst und unbewusst. Deshalb braucht es weiterhin Gleichstellungsarbeit und einen Frauenstreik, bei dem wir laut auf fortbestehende Ungleichheiten hinweisen und zeigen „Ohne uns steht alles still“.
Die Aktion “ein Wohnzimmer” in Kaiserslautern ist angemeldet von 16 bis 18 Uhr auf dem Schillerplatz. Der Frauen*streik 2026 richtet sich ausdrücklich nicht nur an Frauen, sondern an alle Menschen, die von Ungleichheit betroffen sind – und an alle, die solidarisch unterstützen möchten. Unser zentrales Bild für den Tag ist ein gemeinsames „Wohnzimmer“ im
öffentlichen Raum.
Fragen per E-Mail an: frauenstreik2026.kaiserslautern(at)posteo.de
Weitere Informationen unter: https://toechterkollektiv.de/ und auf Instagram unter: lauternslilakreis oder toechter.kollektiv
Für Mitarbeitende der Landeskirche: Alle Mitarbeitenden, egal welchen Geschlechts, sind eingeladen, an der Demo teilzunehmen. Für die Teilnahme sind sie von dienstlichen Belangen freigestellt. Eine Zeitgutschrift erfolgt nicht.