Hannover, 29. April 2026. Zum bevorstehenden Tag der Arbeit am 1. Mai warnt der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) vor den Folgen prekärer Beschäftigung. Millionen Menschen arbeiten weiterhin unter unsicheren Bedingungen – etwa mit befristeten Verträgen, niedrigen Löhnen oder fehlender sozialer Absicherung.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt den diesjährigen 1. Mai unter das Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Der KWA sieht darin einen wichtigen Hinweis auf die Frage, wie Arbeit in einer sozialen Wirtschaftsordnung gestaltet werden muss.
„Arbeit soll dem Leben dienen und Menschen ermöglichen, ihre Würde zu wahren“, erklärt die KWA-Vorsitzende Gudrun Nolte. „Wenn Menschen trotz Arbeit kaum von ihrem Einkommen leben können oder dauerhaft in Unsicherheit leben, gerät dieses grundlegende Prinzip guter Arbeit aus dem Gleichgewicht.“
Prekäre Beschäftigung zeigt sich in unterschiedlichen Formen – etwa in befristeten Arbeitsverhältnissen, unfreiwilliger Teilzeit, Leiharbeit oder besonders schlecht bezahlten Tätigkeiten. Besonders betroffen sind häufig junge Menschen, Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen.
„Eine soziale Wirtschaftsordnung zeigt sich daran, ob Menschen unter fairen und verlässlichen Bedingungen arbeiten können“, so Nolte weiter. „Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können und eine verlässliche Perspektive für sein Leben haben.“
Aus evangelischer Perspektive ist Arbeit mehr als Erwerbstätigkeit. Sie ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, Verantwortung füreinander und persönliche Entwicklung. Gute Arbeit braucht deshalb faire Löhne, soziale Sicherheit und verlässliche Arbeitsbedingungen.
Der KWA bündelt Informationen, Analysen und kirchliche Perspektiven zum Thema prekäre Arbeit auf seiner Themenseite und macht zum Tag der Arbeit erneut auf die gesellschaftliche Bedeutung des Themas aufmerksam.
Die Themenseite ist abrufbar unter:
https://www.kwa-ekd.de/prekaere-arbeit/