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10.11.2014

„Sozialpolitik ist Gesellschaftspolitik“

Rudolf Dreßler zu Gast bei der "Allianz gegen Altersarmut"


Der Parlamentarischer Staatssekretär a. D und Botschafter a.D. Rudolf Dressler war im Edith - Stein - Haus, Kaiserslautern, Gast der Allianz gegen Altersarmut, der auch die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesllschaft angehört. Er referierte zum sozialpolitischen Thema "Politischer Diebstahl gefährdet die Rente von morgen."

Der geschäftsführende Leiter der Evangelischen Arbeitsstelle, Pfarrer Gerd Kiefer, griff in seinem Grußwort alttestamentarische Sozialgesetzgebung auf und stellte heraus, dass in einem Land wie der Bundesrepublik niemand arm sein dürfe. Die gesellschaftliche Realität spreche aber eine andere Sprache.

Sozialpolitik habe zunächst überhaupt nichts mit Geldverteilen zu tun, erklärte Rudolf Dreßler in seinen grundsätzlichen Ausführungen zum Thema. Sozialpolitik sei Gesellschaftspolitik, sie bedeute, Teilhabe zu sichern und Machtverteilung in einer Gesellschaft zu beeinflussen. Eine Gesellschaft sollte darauf ausgerichtet sein, „eine Sozialpolitik, die ein Stück Freiheit für alle schafft,..., zu verwirklichen“ so der ehemalige Botschafter.
Dressler sieht die Gemeinschaft dort gefordert, wo der Einzelne den ökonomischen Grundbedarf seines Lebens nicht selbst erwerben könne, aus welchen Gründen auch immer. An dieser Stelle sei die Gemeinschaft gefordert, ihm zu helfen. Diese soziale Hilfe wird in einer solidarischen Gesellschaft von allen Mitgliedern der Gesellschaft erbracht.
Die Unterstützungsleistungen zielen darauf, „die Lebenssituation der Menschen so zu verändern, dass sie für sich selbst eintreten und sorgen können.“

Der Sozialexperte kritisiert die derzeitigen politischen Verantwortlichen dafür, dass sie die in der Nachkriegszeit gesellschaftsfördernde und von allen akzeptierte Pflicht der Politik für sozialen Ausgleich und soziale Gerechtigkeit zu sorgen, leugnen oder gar ablehnen.

Da Politik es heute selbst nicht mehr leisten könne einen Wandel in dieser Hinsicht einzuleiten, sieht Dressler drei gesellschaftliche Gruppen, die die Kraft entwickeln könnten, Einfluss auf die Politik und die zukünftige, gesellschaftliche Entwicklung nehmen können. Dies sind neben den Wohlfahrtsverbänden und den Gewerkschaften vor allem die Kirchen, die er auffordert, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und die breite Bedrohung nicht nur durch Altersarmut bekannt zu machen.

„Der Sozialstaat ist eine Errungenschaft im Interesse der Emanzipation des einzelnen Menschen.“ und „Der Sozialstaat ist keine Last.“, diese Feststellungen gab Rudolf Dressler den Zuhörerinnen und Zuhörern im Edith – Stein – Haus mit auf den Weg. Er erhoffe sich, dass sich Kirche, auch im gemeinsamen Miteinander der Konfessionen, ihrer gesellschaftlichen Rolle bewusst wird und Verantwortung in ihr übernehme.